Wer ein Blechdach wählen möchte, steht vor der Frage: Trapezblech, Metalldachziegel oder Stehfalzpaneel? Diese Frage stellt sich bei jedem Neubau und jeder Dachsanierung. Trapezblech, Metalldachziegel und Stehfalzpaneel unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in Optik, Montageaufwand, Mindestdachneigung und Langzeiteigenschaften. Dieser Leitfaden hilft bei der Entscheidung.

1. Welches Blechsystem passt zu welchem Objekt?

Trapezblech ist die wirtschaftlichste Variante und eignet sich hervorragend für Garagen, Carports, Gewerbehallen und landwirtschaftliche Gebäude. Die hohe Profilsteifigkeit erlaubt große Sparrenabstände und eine schnelle Montage. Im Sortiment finden Sie Profile von T18 bis T135 für Dach und Wand.

Metalldachziegel sind die beliebteste Lösung für Wohnhäuser. Sie ahmen das Aussehen klassischer Dachziegel nach, sind aber deutlich leichter und lassen sich schnell verlegen. Die Oberfläche mit Steinchenbeschichtung behält ihr Aussehen auch nach Jahren.

Stehfalzpaneele sind die technisch anspruchsvollste und optisch hochwertigste Variante. Die Verbindung der Paneele erfolgt ohne sichtbare Schrauben. Das Ergebnis ist eine vollkommen glatte, fugenlose Dachfläche.

2. Mindestdachneigung beachten

Jedes Blechsystem hat eine Mindestdachneigung, die aus dem Hersteller-Datenblatt hervorgeht und eingehalten werden muss. Bei Unterschreitung der Mindestneigung kann Regenwasser in die Überlappungen eindringen.

  • Trapezblech: ab 3 Grad möglich, ab 5 Grad empfohlen
  • Metalldachziegel: ab 9 Grad
  • Stehfalzpaneele: ab 3 Grad, bei korrekter Ausführung auch darunter

Bei flachen Dächern unter 10 Grad besondere Sorgfalt bei Überlappungen und Abdichtungen walten lassen. Die jeweiligen Herstellervorgaben immer einhalten.

3. Beschichtung und Oberfläche

Die Beschichtung bestimmt die Lebensdauer des Blechs und die Optik des fertigen Dachs. Verzinkte Bleche ohne Farbbeschichtung eignen sich für Nebengebäude und Industriebauten. Für Wohngebäude und repräsentative Bauten sind farbbeschichtete Bleche die bessere Wahl.

  • Polyester 25 Mikrometer: günstig, für geschützte und wenig exponierte Lagen
  • Polyester 35 Mikrometer: Standard für Wohngebäude
  • PVDF: höchste UV-Beständigkeit, für küstennahe oder industriell belastete Lagen
  • Aluzink ohne Farbe: sehr guter Korrosionsschutz, günstiger Preis

4. Blechstärke richtig dimensionieren

Für Trapezblech auf Dächern mit normaler Schneelast reicht eine Blechstärke von 0,50 mm. In Gebieten mit hoher Schneelast oder großen Sparrenabständen 0,63 mm oder 0,75 mm wählen. Zu dünne Bleche biegen sich durch und können bei Wind flattern, was die Beschichtung an den Auflagepunkten beschädigt.

5. Zubehör von Anfang an einplanen

Ein Blechdach besteht nicht nur aus den Dachplatten. Firstabdeckungen, Traufbleche, Ortgangbleche, Dichtungsbänder und Befestigungsschrauben gehören zum vollständigen System. Passendes Dachzubehör direkt beim Blech mitkaufen spart Zeit und stellt sicher, dass alle Komponenten zueinander passen.