Ein Kamin gehört zu den sensibelsten Bereichen eines Daches. Besonders bei einem Trapezblechdach entstehen rund um die Dachdurchdringung häufig Undichtigkeiten, wenn Abdichtung und Blecharbeiten nicht fachgerecht ausgeführt werden.

Eine korrekt ausgeführte Kaminverkleidung Trapezblech garantiert:

  • dauerhafte Regendichtheit

  • kontrollierten Wasserabfluss

  • Schutz der Unterkonstruktion

  • optisch saubere Ausführung

Im Folgenden finden Sie eine praxisnahe Anleitung nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks für die fachgerechte Kaminverkleidung bei Trapezblechdächern.

1. Warum ist die Kaminverkleidung beim Trapezblechdach besonders wichtig?

Rund um den Kamin entstehen sogenannte Wasserstauzonen. Hier fließt Regen- oder Schmelzwasser langsamer ab. Bei starkem Niederschlag oder Schnee kann sich Wasser aufstauen.

Fehlerhafte Abdichtungen führen zu:

  • Durchfeuchtung der Dämmung

  • Korrosion der Bleche

  • Schäden an der Dachunterkonstruktion

  • langfristigen Schimmelproblemen

Deshalb muss die Kaminverkleidung beim Trapezblech dauerhaft dicht und bewegungsfähig ausgeführt werden.

2. Unterspannbahn rund um den Kamin richtig ausführen

Die diffusionsoffene Unterspannbahn bildet die erste wasserführende Ebene unter dem Trapezblech.

2.1 Folie richtig zuschneiden

Die Unterspannbahn wird:

  • kreuzförmig oder in H-Form eingeschnitten

  • an allen vier Seiten an den Kamin hochgeführt

  • mit Butylband oder Systemkleber luft- und wasserdicht verklebt

Wichtig: Keine Falten oder Wassertaschen bilden lassen.


2.2 Folienrinne oberhalb des Kamins (Wasserableitung)

Über dem Kamin sollte eine sogenannte Folienrinne angelegt werden.

Ausführung:

  • Holzleiste (ca. 2–3 cm hoch) oberhalb des Kamins montieren

  • Unterspannbahn darüber führen

  • seitlich auslaufen lassen

  • Übergänge mit Dichtband abdichten

Diese Maßnahme verhindert zuverlässig das Eindringen von Wasser hinter die Kaminverkleidung.


2.3 Verbindung Folie und Kaminblech

Die Unterspannbahn muss immer über das untere Kaminblech geführt werden – niemals darunter.

Nur so wird Wasser kontrolliert nach außen abgeführt.

3. Vorbereitung des Kamins

Vor Beginn der Blechmontage:

  • Mauerwerk reinigen

  • lose Mörtelreste entfernen

  • Ebenheit prüfen

  • ggf. Grundierung bei porösem Untergrund

Bei großen Kaminen sollte ein kleiner Bewegungsabstand eingeplant werden, um thermische Ausdehnungen auszugleichen.

4. Bestandteile einer Kaminverkleidung beim Trapezblech

Eine fachgerechte Kaminverkleidung Trapezblechdach besteht aus:

  1. Unteres (vorderes) Kaminblech

  2. Seitliche Anschlussbleche

  3. Oberes (hinteres) Kaminblech

  4. Abdeckleiste (in Mauerfuge eingesetzt)

Alle Blechteile müssen ausreichend überlappen und in Wasserlaufrichtung montiert werden.

5. Reihenfolge der Montage der Kaminverkleidung Trapezblech

5.1 Öffnung im Trapezblech herstellen

  • Ausschnitt mit 20–30 mm Spiel

  • Kanten entgraten

  • Metallspäne entfernen


5.2 Unteres Kaminblech montieren

  • unter die oberen Trapezbleche schieben

  • mit Gefälle zur Dachfläche ausbilden

  • mit Butylband abdichten

Wichtig: Kein Gegengefälle – Wasser muss frei ablaufen.


5.3 Seitliche Bleche montieren

  • mit mindestens 100 mm Überlappung

  • Abdichtung mit Butylband oder EPDM-Band

  • Verschraubung außerhalb der Wasserlaufzone


5.4 Oberes Kaminblech montieren

  • mindestens 200 mm unter das obere Trapezblech führen

  • seitliche Überlappung min. 100 mm

  • bei flachen Dächern größere Hinterbleche verwenden


5.5 Abdeckleiste einsetzen

  • 20–30 mm tief in die Mauerfuge einsetzen

  • mit hitzebeständigem Silikon oder PU-Dichtstoff abdichten

  • Überlappung zwischen Leisten min. 50 mm

6. Empfohlene Maße bei der Kaminverkleidungr

Unteres Kaminblech

  • Überdeckung unter Dachblech: min. 150 mm

  • Hochzug: 80–120 mm

  • Seitenüberlappung: min. 100 mm

Seitliche Bleche

  • Hochzug: 100–150 mm

  • Überdeckung Dachfläche: 120–150 mm

Oberes Kaminblech

  • Überdeckung unter Dachblech: min. 200 mm

  • Hochzug: 100–150 mm

Materialstärke

  • Stahl beschichtet: min. 0,5 mm

  • Aluminium: min. 0,7 mm

  • Bei großen Dachflächen: 0,7–0,8 mm empfohlen

7. Typische Fehler bei der Kaminverkleidung

❌ keine Folienrinne oberhalb
❌ zu kurze Überlappungen
❌ Folie unter statt über Blech
❌ kein Gefälle am Vorderblech
❌ starre Verbindungen ohne Bewegungsfuge

Eine fehlerhafte Kaminverkleidung am Trapezblech ist eine der häufigsten Ursachen für Undichtigkeiten am Dach.

8. Kontrolle nach der Montage

Nach Fertigstellung:

  • Überlappungen prüfen

  • Dichtbänder kontrollieren

  • Gießtest mit leichtem Wasserlauf durchführen

  • Metallspäne entfernen

Empfehlung: Alle 2–3 Jahre Sichtkontrolle der Dichtstellen.

9. FAQ – Kaminverkleidung Trapezblech

Wie dichtet man einen Kamin auf einem Trapezblechdach richtig ab?

Eine fachgerechte Kaminverkleidung Trapezblech besteht aus Vorderblech, Seitenblechen, Hinterblech und Abdeckleiste. Alle Elemente müssen mindestens 100 mm überlappen und in Wasserlaufrichtung montiert werden. Zusätzlich ist eine korrekt angeschlossene Unterspannbahn erforderlich.


Muss über dem Kamin eine Folienrinne eingebaut werden?

Ja. Eine Folienrinne oberhalb des Kamins leitet Wasser seitlich ab und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit hinter die Kaminverkleidung. Diese Maßnahme entspricht den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks.


Welche Mindestüberlappung ist bei der Kaminverkleidung erforderlich?

Die Überlappung zwischen Blechteilen sollte mindestens 100 mm betragen. Bei flachen Dachneigungen werden 150–200 mm empfohlen, um Rückstauwasser sicher abzuleiten.


Welche Materialstärke ist für Kaminbleche geeignet?

Für beschichtetes Stahlblech wird eine Stärke von mindestens 0,5 mm empfohlen. Bei größeren Dachflächen oder erhöhter Windlast sind 0,7 mm sinnvoll.


Wird die Kaminverkleidung verschraubt oder verklebt?

Die Befestigung erfolgt in der Regel mechanisch (Schrauben oder Nieten) außerhalb der Wasserlaufzone. Überlappungen werden zusätzlich mit Butyl- oder EPDM-Dichtband abgedichtet.


Kann man eine Kaminverkleidung bei Trapezblech selbst montieren?

Ja, bei handwerklicher Erfahrung ist die Montage möglich. Wichtig sind korrekt ausgeführte Überlappungen, ausreichendes Gefälle am Vorderblech und eine dichte Anbindung der Unterspannbahn.


Wie oft sollte die Kaminverkleidung kontrolliert werden?

Empfohlen wird eine Sichtprüfung alle 2–3 Jahre. Dabei sollten Dichtbänder, Silikonfugen und Überlappungen überprüft werden.


Was ist der häufigste Fehler bei der Kaminverkleidung?

Der häufigste Fehler ist eine fehlende oder falsch ausgeführte Abdichtung der Unterspannbahn oberhalb des Kamins. Dadurch kann Wasser hinter die Verkleidung gelangen.

10. Fazit

Eine fachgerecht ausgeführte Kaminverkleidung beim Trapezblechdach schützt dauerhaft vor Undichtigkeiten. Entscheidend sind:

  • korrekt ausgeführte Unterspannbahn

  • ausreichende Überlappungen

  • Montage in Wasserlaufrichtung

  • flexible, dauerhafte Abdichtung

Nur wenn alle Ebenen – Folie, Blech und Abdeckleiste – sauber ineinandergreifen, bleibt die Dachdurchdringung dauerhaft dicht.